Acceptance- und Commitment Therapie
Warum Sie mich auswählen sollten:
- Maßgeschneiderte Behandlung
- Modernsten Behandlungsmethoden
- Höchste Qualitätsstandards
- Ganzheitlicher Ansatz
- Flexible Terminvergabe
ACT
Die Acceptance- und Commitment Therapie (ACT) gilt als störungsübergreifender Therapieeinsatz der Verhaltenstherapie.
Auf Basis eines lerntheoretischen Ansatzes über die Funktionsweise des menschlichen Denkens („Relational Frame Theory“), wurde sie Ende der neunziger Jahre von Steven Hayes und Kollegen in den USA entwickelt.
Bei ACT werden sowohl Akzeptanz- und Achtsamkeitsstrategien als auch Strategien der Verhaltensänderung und des engagierten Handelns eingesetzt, um dadurch die psychische Flexibilität zu erhöhen.
Therapeutische Bausteine einer ACT Therapie sind Achtsamkeitstraining, Werte-Klärung, und Übungen zum Umgang mit Gefühlen und Gedanken, sowie für mehr Mitgefühl mit sich und anderen.
Autor: Marta Mustermann
Position: Psychologin
Aktualisiert: 29.04.2021
Inhaltsverzeichnis
Was ist ACT?
ACT ist eine Weiterentwicklung der Kognitiven Verhaltenstherapie. Sie entwickelte sich aus der klinischen Erfahrung, dass logische Analysen, rationale Erklärungen und Einsichten oftmals nicht ausreichen, um einen therapeutischen Prozess und alltagsrelevante Verhaltensänderungen beim Betroffenen voranzubringen.
ACT geht davon aus, dass jede Handlung, Entscheidung oder Äußerung in einem spezifischen Kontext stattfindet und auch nur in diesem verstanden werden kann. Daher wird der Inhalt von Handlungen und Kognitionen ausgeblendet und stattdessen auf deren Funktion abgestellt. Diese Form des Pragmatismus stellt immer auf die Nützlichkeit der Werte und Lebensziele und kann flexibel den Bedürfnissen des Betroffenen angepasst werden.
Das Therapieziel ist, die psychische Flexibilität zu erhöhen, die für ein Leben unter ständig wechselnden inneren und äußeren Lebenssituationen erforderlich ist.
Psychische Flexibilität bedeutet, dass eine Person in vollem Kontakt mit dem gegenwärtigen Moment steht und jederzeit das Verhalten ändern oder beharrlich beibehalten kann – je nachdem, was die gegenwärtige Situation und die selbst gesetzten Ziele verlangen.
Dabei setzt ACT sowohl auf Akzeptanz- und Achtsamkeitsstrategien als auch auf Strategien der Verhaltensänderung und des engagierten Handelns.
Es hilft Ihnen, sich Ihrer Werte bewusst zu werden und Wege zu finden, diese trotz Einschränkungen durch das eigene Denken, zu leben. ACT verändert nicht Ihre Gedanken oder Gefühle, sondern nur die Beziehung zu Ihren Gedanken und Gefühlen.
Sechs Komponenten von ACT
Die therapeutische Arbeit in der ACT umfasst sechs Komponenten. Im Einzelnen sind das: (1) Akzeptanz, (2) kognitive Defusion, (3) Achtsamkeit, (4) Selbst-als-Kontext, (5) Werte und das daraus abgeleitete (6) Commitment.
Wichtig:
Diese einzelnen Komponenten sind nicht als abgetrennte, eigenständige Prozesse zu verstehen, sondern als Teilaspekte eines ganzheitlichen Therapieansatzes. Ihre Unterscheidung dient lediglich der Übersichtlichkeit.
Die beiden wichtigsten Komponenten von ACT stellen die Akzeptanz und das Commitment (dt. Engagement) dar.
(1) Akzeptanz
Unter Akzeptanz wird die Entwicklung einer größeren, inneren Bereitschaft verstanden, auch unangenehme oder schmerzliche innere Erlebnisse und damit verbundene Gefühle, Gedanken und körperliche Empfindungen besser annehmen zu können.
(2) Kognitive Defusion
Defusion bezeichnet eine bestimmte Haltung gegenüber den eigenen Gedanken zu entwickeln. Diese werden nicht mehr automatisch als echte, einzige und richtige Wahrheit angenommen.
Unsere Kognitionen organisieren sich in komplexen Netzwerken. In diesen gedanklichen Netzen können sich Betroffene so verstricken, dass sie das Erleben und Verhalten viel mehr beeinflussen als das unmittelbare Erfahrungen tun. Wir sprechen dann von kognitiver Verstrickung.
Defusion hilft ihnen von diesen Gedanken loszulassen bzw. sich von diesen Gedanken nicht automatisch zu Handlungen zwingen zu lassen.
(3) Achtsamkeit
Achtsamkeit dient dazu, die Welt wieder in einer direkteren Weise erfahren zu können und dadurch an Handlungsflexibilität zu gewinnen, um in größerem Einklang mit den eigenen Werten handeln zu können. Bei Achtsamkeit geht es um das Erleben im Hier und Jetzt. Es ist die Fertigkeit sich von den Sorgen der Zukunft und dem Leid der Vergangenheit zu lösen.
(4) Selbst-als-Kontext
Eine besondere Klasse von Gedanken und Überzeugungen sind jene, die sich auf uns selbst beziehen. Annahmen über uns selbst wie „Das kann ich nicht“ oder „Ich brauche Harmonie“ können besonders zur Erstarrung unseres Verhaltens und der persönlichen Entwicklung beitragen.
Sich selbst als Kontext des eigenen Erlebens wahrzunehmen, ist eine Fähigkeit, die diese einschränkenden Tendenzen überwindet, indem man sich nicht mit dem gedanklich konstruierten Bild von sich selbst gleichzusetzt. Man wird zum Beobachter seines Selbst.
Der bewusste Perspektivenwechsel zwischen Erleben und Beobachten des eigenen Erlebens ist eine andere Form des Seins, in der die Selbstkonzepte ihre Bedeutung verlieren. In dieser Rolle haben wir es nicht mehr nötig, negative Selbstbildannahmen zu widerlegen oder positive zu verteidigen. Das eröffnet neuen Freiraum für die eigene Verhaltensentwicklung.
(5) Werte
Werte können einer Entwicklung die Richtung geben. Unter Werten versteht man in der ACT sprachliche Formulierungen, die etwas darüber aussagen, wie wir leben und wie wir die Rollen, die uns wichtig sind, ausfüllen wollen. Werte kann man nie erreichen; sie sind vielmehr an einer gewählten Haltung orientierte Qualitäten zielgerichteten Handelns und werden fortlaufend von einem Augenblick zum nächsten verwirklicht.
(6) Engagement (Commitment)
Commitment ist eine innere Orientierung („Commitment“) an persönlich formulierten Werten und Zielen. Diese ist notwendig, um in Situationen eine entsprechende Handlung auswählen zu können.
Ein Commitment einzugehen bedeutet, die Wahl zu treffen, Schritte in eine bestimmte Richtung zu gehen und den Kurs zu korrigieren, wenn man feststellt, dass man davon abgewichen ist.
Zu diesem Zweck werden Vermeidungsstrategien analysiert und aufgegeben, sodass ein Verhalten aktiviert wird, das den eigenen persönlichen Werten und Lebenszielen entspricht.
Wirksamkeit von ACT
Bei der Akzeptanz- und Commitment-Therapie handelt es sich um ein transdiagnostisches Behandlungskonzept, das sich an funktionalen und nicht an formalen Aspekten des Verhaltens orientiert. ACT geht bei Diagnose und Behandlung von empirisch validierten Verhaltensprinzipien und psychologischen Prozessen aus .
Wenngleich die empirische Therapieforschung zu ACT noch in den Anfängen steckt, so wurden doch bereits eine Vielzahl von prozess- und ergebnisorientierten Therapiestudien mit guten Ergebnissen veröffentlicht.
Erfolgreiche Anwendung von ACT:
- Angststörungen
- Epilepsie
- Zwangserkrankungen
- Chronischen Schmerzen
- Psychotischen Erkrankungen
- Suchterkrankungen
- Raucherentwöhnung
- Depressionen
- Burn out
Das Ziel von ACT
Das übergeordnete Ziel von ACT ist, die psychische Flexibilität zu erhöhen, die für ein wertorientiertes Leben unter ständig wechselnden inneren und äußeren Lebensbedingungen erforderlich ist. Es geht darum sich selbst und anderen anzunehmen und akzeptieren zu lernen.
Dabei sollen Dysfunktionale Verhaltensmuster sollen wahrgenommen, hinterfragt und verändert und das eigene Planen und Handeln nach den persönlichen Wertvorstellungen ausgerichtet werden. Somit wird dann eine höhere Flexibilität erreicht.
Quellen und Lesetipps:
- Bach & Moran: ACT in Practice – Case Conceptualization in Acceptance & Commitment Therapy, New Harbiger Publications.
- Harris: Wer dem Glück hinterherrennt, läuft daran vorbei, Goldmann.
- Wengenroth: Das Leben annehmen, Huber.
- Biglan, A., & Hinds, E. (2009). Evolving prosocial and sustainable neighborhoods and communities. Annual Review of Clinical Psychology, 5, 169–196.CrossRefPubMedPubMedCentralGoogle Scholar
- Bond, F. W., & Hayes, S. C. (2002). ACT at work. In F. W. Bond & W. Dryden (Hrsg.), Handbook of brief cognitive behaviour therapy (S. 117–139). Chichester: Wiley.CrossRefGoogle Scholar
- Hayes, S. C., & Strosahl, K. D. (Hrsg.). (2004). A practical guide to acceptance and commitment therapy. New York: Springer.CrossRefGoogle Scholar
- Hayes, S. C., Strosahl, K. D., & Wilson, K. G. (2004b). Akzeptanz- und Commitment-Therapie. München: CIP-Medien. Google Scholar
- Öst, L.-G. (2008). Efficacy of the third wave of behavioral therapies: a systematic review and meta-analysis. Behaviour Research and Therapy, 46, 296–321.CrossRefPubMedGoogle Scholar
- Powers, M. B., Zum Vörde Sive Vörding, M. B., & Emmelkamp, P. M. G. (2009). Acceptance and commitment therapy: a meta-analytic review. Psychotherapy and Psychosomatics, 78, 73–80.CrossRefPubMedGoogle Scholar
- Pull, C. B. (2008). Current empirical status of acceptance and commitment therapy. Current Opinion in Psychiatry, 22, 55–60.CrossRefGoogle Scholar
- Ruiz, F. J. (2010). A review of acceptance and commitment therapy (ACT) empirical evidence: correlational, experimental psychopathology, component and outcome studies. International Journal of Psychology and Psychological Therapy, 10, 125–162.Google Scholar
- Forsyth, Eifert: The Mindfulness & Acceptance Workbook for Anxiety – A Guide to Breaking Free from Anxiety, Phobias & Worry Using Acceptance & Commitment Therapy, New Harbiger
- Forsyth, Eifert: Mindfulness and Acceptance Workbook for Anxiety; Oakland, New Harbiger Publications.
Jetzt Termin vereinbaren
Wichtig: Felder mit einem * sind Pflichtfelder.