Burn-out und Erschöpfung
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Burn-out und Erschöpfung
Ausgebrannt, überfordert, erschöpft – bei den Betroffenen von Burnout stellt sich dieses Gefühl als Dauerzustand ein. Burnout beschreibt einen Zustand tiefer emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung. Die Betroffenen können sich nur schlecht konzentrieren, machen viele Fehler.
Besonders gefährdet sind Menschen mit hohen Ansprüchen an die eigene Leistung und Perfektionisten, da ihr innerer Antreiber, es ihnen nicht gestattet, die Frühwarnzeichen wahrzunehmen. Diese Menschen sehen den Burnout-Prozess als einen Ausdruck von Defizit oder Scheitern an.
Manche verlieren auch die Energie für ihr Privatleben. Obwohl Burnout zwar meist auf Überforderung und Stress im Beruf zurückgeführt wird, können auch Faktoren, wie schwaches Selbstbewusstsein oder fehlende Anerkennung, mitursächlich sein.
In Deutschland klagt inzwischen jeder zweite zumindest gelegentlich über typische Burnout-Symptome wie anhaltende Erschöpfung, innere Anspannung und Rückenschmerzen.
Autor: Marta Mustermann
Position: Psychologin
Aktualisiert: 29.04.2021
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Burnout?
Der Begriff Burnout (to burn out: „ausbrennen“) wurde von dem deutsch-amerikanischen Psychotherapeuten Herbert Freudenberger im Jahr 1974 erstmals verwendet. Freudenberger ging anfangs davon aus, dass vor allem Personen, die sich in besonderem Maße engagieren im Laufe ihrer Tätigkeit Gefühle von Resignation, Leere und Erschöpfung ereilen.
Diesen Zustand nannte er „Burnout“, wozu folgende zentrale Symptome zählen:
- Anhaltende emotionale und/oder körperliche Erschöpfung und Müdigkeit
- Entwicklung einer negativen Einstellung gegenüber den Bezugspersonen, zum Teil mit einer zynisch-distanzierenden Haltung
- Reduktion der persönlichen Leistungsfähigkeit, mangelnde Erholungsfähigkeit
Die Wissenschaft hat diese Symptome übernommen und bezeichnet den Begriff heute als einen „Risikozustand“: eine Überlastungsreaktion beruflich geforderter Menschen, die einhergeht mit einem vielfältigen aber unspezifischen Beschwerdebild sowie einem erhöhten Risiko nachfolgender psychischer (insbesondere Depressionen) und körperlicher Erkrankungen (meist Herzerkrankungen).
Menschen, die unter einem Burnout leiden, berichten häufig von einer emotionalen Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit, Antriebsverlust, von Energiemangel, Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie in schweren Fällen von Suizidgedanken. Es kann sogar im Laufe der Erkrankung zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit kommen.
Das größte Problem bei der Diagnose „Burnout“ ist die Abgrenzung zur Depression, da einzelne Symptome einer depressiven Erkrankung auch bei Betroffenen mit einem „Burnout“ anzutreffen sind.
Allgemein unterscheidet man die beiden Krankheitstypen, indem man Burnout vorrangig als Folge einer chronischen beruflichen und/oder persönlichen Belastung versteht, wohingegen eine Depression auf Veranlagung sowie bewusste oder unbewusste Konfliktsituationen zurückführbar ist.
Ein Burnout kündigt sich oft durch Frühwarnzeichen an, welche Sie, wenn Sie auf ihre Bedürfnisse achten, rechtzeitig erkennen können und durch ausreichend Erholung effektiv entgegensteuern können.
Ursachen
Die Ursachen für das Entstehen eines Burnouts sind vielfältig und lassen sich am besten durch das Zusammenwirken von inneren und äußeren Risikofaktoren. Hierzu gehören zum einen die Persönlichkeit des Betroffenen – innere Faktoren – und zum anderen sein Umfeld – äußere Faktoren – vornehmlich der Arbeitsplatz.
Beiden Faktoren gemein ist, dass der Betroffene sich „ausgebrannt“ also total erschöpft fühlt. Ein solcher Zustand kann jeden treffen. Gerade die weite Verbreitung ist typisch für Burnout. Lehrer leiden darunter ebenso wie Manager, Krankenschwestern oder Alleinerziehende.
Auffallend ist, dass viele Burnout-Prozesse starten, wenn sich die Lebenssituation grundsätzlich ändert. Das kann der Studienanfang, der Berufseinstieg oder auch ein Jobwechsel sein.
Jeder Mensch reagiert anders auf Belastungen. Manche sind schon mäßigem Druck kaum gewachsen. Andere kommen selbst mit äußerst schwierigen Situationen zurecht, d.h. aber nicht, dass auch sehr widerstandsfähige Personen vor Burnout geschützt sind.
Grundlegend unterscheidet man zwischen zwei Typen von Menschen, die ein erhöhtes Risiko haben an einem Burnout zu erkranken:
- Menschen mit einem geringen Selbstbewusstsein, die empfindlich, angepasst und passiv sind.
- Zielstrebige Menschen mit starkem Ehrgeiz, Engagement und Idealismus, die ihre hochgesteckten Ziele zu erreichen versuchen.
Untersuchungen zeigen deutlich, dass sich Menschen in ihren Mustern und Strategien, mit Belastungen umzugehen, deutlich unterscheiden. Greifen diese Strategien nicht mehr und kann der Frust nicht bewältigt werden, steigt das Risiko eines Burnouts signifikant an. Im Folgenden gehen wir auf die inneren und äußeren Risikofaktoren ein.
(1) Innere Ursachen (Persönlichkeit)
- Abhängigkeit des Selbstbildes von der erfolgreichen Ausübung des Berufs
- Zweifel am Sinn des eigenen Handelns
- Unrealistisch hoch gesteckte Ziele
- Unverhältnismäßig starke Angst um den Arbeitsplatz
- Hohe Erwartungen an die Belohnung bzw. Anerkennung
- Schwierigkeiten, persönliche Schwäche und Hilflosigkeit einzugestehen
- Missachtung eigener Grenzen
- Perfektionismus
Burnout trifft oft Menschen, die einerseits hohe Ansprüche an sich selbst und andere stellen, die alles perfekt erledigen wollen, gleichzeitig aber ein schwaches Selbstwertgefühl haben und Konflikten lieber aus dem Weg gehen. Mit Kränkungen, Enttäuschungen oder Frust können sie nicht gut umgehen, ihnen fehlen Bewältigungsstrategien. Zudem haben Betroffene oft das Gefühl, sich stark zu verausgaben, ohne entsprechende Gegenleistungen zu erhalten.
(2) Äußere Ursachen (Umfeld)
- Arbeitsüberlastung
- Fehlende Anerkennung und unzureichende Belohnungen
- Bürokratische Hindernisse
- Konflikt zwischen den eigenen Werten und Überzeugungen und den Anforderungen
- Fehlende soziale Unterstützung im Privatleben
- Schlechtes Betriebsklima und ungelöste Konflikte mit Vorgesetzten oder Kollegen
- Große Verantwortung unter Zeitdruck
- Langweilige Routinearbeit
- Mangelnde Kontroll- und Einflussmöglichkeiten
- Ständige Unterbrechungen des Arbeitsablaufes
- Unklare Zielvorgaben
Personen, die sich bereits zu Beginn ihrer ausbildungsbezogenen oder beruflichen Laufbahn eher überfordert fühlen, bleiben prädisponiert, bei entsprechend belastender Konstellation, Jahre später ein „Burnout“ zu erleiden.
Das „Burnout“-Erleben resultiert also aus einer subjektiv wahrgenommenen Diskrepanz zwischen den inneren oder äußeren Erwartungen und den individuellen Möglichkeiten mit belastenden oder konflikthaften Situationen adäquat zu umzugehen.
Mögliche Stressverstärker (NACH KOCH ET AL., 2015)
Symptome
Die Symptome von Burnout, welche eine Indikation für eine psychotherapeutische Behandlung sind, können vielfältig sein. Sie äußern sich emotional, psychisch und in der geistigen Leistungsfähigkeit, können aber auch in Form psychosomatischer Beschwerden auftreten.
Ein Burnout kann bei jedem Betroffenen mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen und entzieht sich einer eindeutigen Zuordnung von Beschwerden.
Auch deshalb ist Burnout bis heute noch keine anerkannte medizinische Diagnose oder Krankheit, sondern lediglich ein Begriff, der die Situation vieler Betroffener wiedergibt, die sich dem hohen Druck und den Belastungen bzw. Herausforderungen unserer heutigen Gesellschaft nicht gewachsen fühlen und ein starkes Gefühl des Versagens und der tiefen Erschöpfung erleben.
(1) psychische Symptome
- Erschöpfung
- Konzentrationsstörungen und nachlassende Gedächtnisleistungen
- Probleme Entscheidungen zu treffen
- Minderwertigkeitsgefühle und Gefühle mangelnder Wertschätzung
- Verminderung von Kreativität und Initiative
- Erleben mangelnder Anerkennung und ausbleibender Gratifikationen
- Rastlosigkeit
- Energiemangel
- Schwindender Idealismus
- Zunehmende Distanziertheit und neg. Gefühle gegenüber Kunden, Geschäftspartnern, Vorgesetzten und Kollegen
- Emotionale Kälte und Zynismus
- Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit
- Gefühl innerer Leere
- Pessimismus
- Angstzustände
- Niedergeschlagenheit
- Antriebslosigkeit
- Steigerung der Aggressivität: Launenhaftigkeit, Reizbarkeit, Ungeduld, Zorn
(2) psychosomatische Symptome
- Schlafmangel, Schlafstörungen und Albträume
- Erhöhter Blutdruck, Herzklopfen und Engegefühl in der Brust
- Atemnot
- Übelkeit und Verdauungsstörungen (Erbrechen oder Durchfall)
- Sexuelle Probleme
- Appetitstörungen: starke Gewichtszunahme oder -abnahme infolge veränderter Essgewohnheiten
- Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen
- Verstärkter Konsum von Nikotin, Alkohol oder Koffein
- Erhöhte Infektionsanfälligkeit
Am Höhepunkt des Burnouts verstärkt sich das Gefühl der Hilflosigkeit zu einer generellen Hoffnungslosigkeit. Das Leben scheint völlig sinnlos zu sein und starke Suizidgedanken tauchen auf. Nichts bereitet mehr Freude und alles wird einem egal. Die Betroffenen versinken in einer schweren Burnout-Depression.
Diagnose und Untersuchungen
Bis heute fehlen klar definierte Kriterien zur Beschreibung einer entsprechenden psychischen Diagnose im Sinne des F-Kapitels im ICD-10. Daher wird Burnout auch nicht als eigenständige Störung in den Klassifikationssystemen für psychische Störungen (ICD-10; DSM-V) gelistet, sondern gilt als Zustandsbeschreibung und ist im ICD-10 mit der Zusatzcodierung Z73.0 Erschöpfungssyndrom (Burnout-Syndrom) zu finden.
Das große Problem bei Burnout ist, dass sich die Symptome mit denen anderer Störungen überschneiden, wie zum Beispiel dem chronischen Müdigkeitssyndrom und der Depression. Dies erschwert die Diagnose ungemein. Es gibt deshalb auch keinen Test, mit dem sich Burn-out diagnostizieren lässt.
Grundlage ist stets das Gespräch zwischen Arzt beziehungsweise Therapeut und Patient. Bei einem Verdacht auf Burnout können Sie zunächst Ihren Hausarzt aufsuchen, der Sie dann bei Bedarf zum Spezialisten überweisen, üblicherweise einem Psychiater, einem Psychotherapeuten oder Psychologen.
Zunächst erkundigt sich der Spezialist nach den Beschwerden des Patienten. Dabei werden auch standardisierte Fragebögen, vor allem Maslach Burnout Inventory (MBI), eingesetzt. Die US-amerikanische Psychologin Christina Maslach entwickelte Ende des vergangenen Jahrhunderts das Maslach Burnout Inventory (MBI), den bis heute am häufigsten verwendeten Fragebogen auf diesem Gebiet.
Dieser Fragebogen misst anhand von 22 Fragen, ob die 4 Hauptmerkmale des Burnouts vorliegen, diese sind:
- Emotionale Erschöpfung
- Gleichgültigkeit (sog. Depersonalisation)
- Zynismus
- Verringerte Leistungsfähigkeit
Bei diesem Burnout-Test werden nicht alle Symptome berücksichtigt, sondern nur diejenigen, die in Verbindung mit den obengenannten Hauptmerkmalen stehen. Dies bedeutet, dass zum Beispiel ein Symptom – wie das anfangs extrem hohe Engagement, welches nach und nach zu völligem Desinteresse verkümmert – von diesem Test nicht erfasst wird.
Im Laufe der Diagnose kommt es auch zu körperlichen Untersuchungen. Damit will man sicherstellen, dass körperliche Ursachen, wie eine Schilddrüsenunterfunktion, chronische Infektionen oder eine Tumorerkrankung ausgeschlossen werden können.
Je nach individuellem Fall können hier verschiedene Diagnosemethoden zum Einsatz kommen, zum Beispiel Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen.
Behandlung
Eine Burnout-Therapie setzt sich aus vielen verschiedenen Bausteinen zusammen. Die Behandlung wird stets individuell auf die Probleme, Persönlichkeit und Lebenssituation des Patienten maßgeschneidert.
Unterstützend zur Psychotherapie können auch Medikamente bei Burnout eingesetzt werden– vor allem, wenn schwerere depressive Symptome auftauchen.
Wichtig:
Burnout ist eine ernste Erkrankung, die möglichst schnell professionell behandelt werden sollte. Wird ein Burnout zu spät entdeckt und therapiert, verschlechtern sich die Heilungschancen.
Am Anfang steht immer die Krankheitseinsicht (1) ohne die eine Behandlung unmöglich ist. Erst danach kommen, eine Krisenintervention (2) leichten Fällen oder eine Kognitive Verhaltenstherapie (3) bei schwereren Fällen und eine medikamentöse Betreuung (4), zur Behandlung von Burnout, überhaupt in Frage.
(1) Die Krankheitseinsicht
Der erste Schritt ist meist der schwerste, dies gilt auch beim Burnout. Die Voraussetzung für jede Therapie ist die Einsicht, dass überhaupt ein Burnout-Problem besteht.
Oftmals können sich Menschen mit Burnout ihren Eigenanteil an der Situation nicht eingestehen. Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene ihr eigenes Verhalten reflektieren und ihre eigenen Motivationsgründe hinterfragen.
(2) Krisenintervention
Falls sich der Burnout-Prozess noch in einem Anfangsstadium befindet, genügt oft schon eine Krisenintervention oder eine Kurzzeittherapie von wenigen Stunden. Ziel ist es hierbei, verbesserte Fertigkeiten zur Konflikt- und Problemlösung zu entwickeln und ein feineres Gespür für die Grenzen der eigenen Belastbarkeit zu bekommen.
Auch Entspannungstechniken wie oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training können dem Betroffenen beim Abbau von Stress helfen.
(3) Kognitive Verhaltenstherapie
Ist das Burnout-Syndrom in einem fortgeschrittenen Stadium, ist meist eine Psychotherapie zur Burnout-Behandlung unabdingbar. Besonders bewährt hat sich – bei dauerhaftem beruflichen und privaten Stress sowie Burnout-Konstellationen – die Kognitive Verhaltenstherapie.
Bei der Kognitiven Verhaltenstherapie geht es darum, eigene Verhaltensweisen, die zur Überlastung und Überforderung beigetragen haben, zu verändern. Ziel ist es dadurch, günstigere Strategien im Umgang mit den aktuellen Belastungen zu erlernen, das Selbstbewusstsein zu stärken und realistische Perspektiven zu finden.
Im Rahmen der Behandlung lernen Patienten zum Beispiel, ihre Gefühle deutlicher wahrzunehmen und auszudrücken. Sie trainieren, sich gegen Druck von außen besser zu behaupten und Pausen zur Regeneration einzulegen.
Im Laufe der Zeit wird so die Symptomatik verändert, Stress abgebaut und die Lebenszufriedenheit gesteigert.
(4) Medikamentöse Behandlung
Spezielle Burnout-Medikamente gibt es nicht. Oftmals werden aber aufgrund der Antriebslosigkeit bei den Betroffenen antidepressive Präparate, z.B. Selektive-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRIs), eingesetzt werden. Diese Medikamente wirken stabilisierend und unterstützend, sie können aber keine Psychotherapie ersetzen.
Ziele
- Aufbau von Krankheitsverständnis und einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung
- Psychoedukation zum Thema Stress und Entwicklung eines individuellen Krankheitsmodells
- Kognitive Therapie zur Identifikation individueller Stressoren und zum Erkennen dysfunktionaler Kognitionen und Stressbewältigungsstrategien
- Erlernen von Entspannungsverfahren (PMR, AT)
- Rückfallprophylaxe: erkenne von Frühwarnsymptomen und Entwicklung eines Notfallplans
Auch körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung und feste Schlafenszeiten unterstützen den Genesungsprozess, da sie sich positiv auf das Körperempfinden und das Selbstbewusstsein auswirken.
Kostenübernahme
Burnout wird in den letzten Jahren immer häufiger diagnostiziert. Stress im Beruf und im Privatleben setzt vielen Menschen zu und beeinträchtigt die Gesundheit.
Krankenkassen helfen bei der Prävention und der Behandlung psychischer Erkrankungen; sie bezahlen in aller Regel eine festgelegte Stundenanzahl für Psychotherapie und stationäre Heilbehandlungen. Auch eine mehrwöchige Kur in einer psychosomatischen Klinik kann mit der Hilfe des behandelnden Arztes beantragt werden.
Betroffenen stehen dabei verschiedene Möglichkeiten offen.
(1) Prävention
Wer das Gefühl hat von Burnout gefährdet zu sein und dem entgegenwirken möchte, kann sich bei seiner Krankenkasse über Präventionsmöglichkeiten informieren. Jede Krankenkasse bietet gewisse Zusatzleistungen, die sie selbst festlegt. Bei vielen Anbietern gibt es kostenlose Seminare oder Beratungsangebote zum Thema Burnout.
(2) Gesetzlich Versicherte
Voraussetzung für die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist, dass eine psychische Störung vorliegt, wie zum Beispiel Angststörungen, Depressionen oder Zwänge. Außerdem muss die Behandlung bei einem Psychotherapeuten mit Kassenzulassung erfolgen.
Nur im Ausnahmefall kann auch eine Behandlung mit einem Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung genehmigt werden. Wer zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen nicht so lange warten kann, hat Anspruch auf eine „außervertragliche psychotherapeutische Behandlung“ und kann sich auch von einem Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung behandeln lassen.
Dieser rechnet dann allerdings nicht direkt mit der Krankenkasse ab. Patienten müssen deshalb die Rechnung bei ihrer Versicherung einreichen, um die Kosten erstatten zu bekommen.
Wichtig: Sollten Sie eine Behandlung bei einem Therapeuten ohne Kassenzulassung in Erwägung ziehen, ist es ratsam, diesen Vorgang mit der Krankenkasse im Vorfeld abzuklären.
(3) Privat Versicherte
Bei der Kostenübernahme durch die private Krankenversicherung kommt es auf Ihren abgeschlossenen Vertrag an. Abhängig vom vereinbarten Versicherungsvertrag bieten die privaten Versicherer entweder umfassendere Leistungen als die gesetzlichen Kassen oder sie schließen die Kostenübernahme für psychiatrische Behandlungen von Vornherein komplett aus.
Bitte schauen Sie in Ihrem Vertrag nach oder erkundigen Sie sich telefonisch bei Ihrer Versicherung, ob die Kosten von dieser übernommen werden oder nicht.
Sie benötigen vor Therapiebeginn eine schriftliche Zusage zur Kostenübernahme von ihrer Versicherungsgesellschaft anfordern.
Für weitere Informationen bezüglich der Kosten nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf. Ich stehe Ihnen auch gerne beratend bei der Antragsstellung für die Krankenversicherung zur Seite.
Krankheitsverlauf und Prognose
Je früher Burnout erkannt und behandelt wird, desto besser sieht der Heilungsverlauf und die Prognose aus.
Verglichen mit anderen psychischen Störungen besteht bei Burnout eine deutlich unsicherere Prognose, da Persönlichkeitsfaktoren, aktuelle Lebenssituation, soziales Umfeld, finanzielle Situation, das Vorhandensein oder Fehlen von Hobbies oder anderen Betätigungs- und Bestätigungsfeldern in komplizierter Weise mit dem Krankheitsverlauf und der Prognose des Burnout-Syndroms verstrickt sind.
Bei einem beginnenden Burnout können schon geringe Veränderungen, wie ein Arbeitsplatzwechsel, eine Krisenintervention oder ein Kuraufenthalt, ausreichen, um der Erkrankung effektiv entgegenzuwirken.
Wird Burnout allerdings über einen längeren Zeitraum nicht erkannt oder Anzeichen ignoriert, sind auch dauerhafte Schäden nicht ausgeschlossen. Bereits alltägliche Stresssituationen können dann – selbst nach jahrelanger Therapie – eine schier unüberwindbare Hürde darstellen. In besonders schwerwiegenden Fällen ist sogar eine teilweise oder vollständige Invalidität nicht auszuschließen.
All dies zeigt, dass man Burnout nicht auf die leichte Schulter nehmen und bei den ersten Anzeichen einen Therapeuten zu Rate ziehen sollte, um so den Leidensdruck zu lindern und ein annähernd „normales“ Leben zu gewährleisten.
Häufigkeit
Präzise Angaben zur Häufigkeit von Burnout in Deutschland sind aufgrund des Fehlens von einheitlichen Diagnosekriterien momentan nicht möglich. Burnout gilt als Zusatzdiagnose vor allem zur Depression. In der ICD-10-GM findet man das Burn-out-Syndrom als Inklusivum unter Z73 Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit mehr als 300 Millionen Menschen mit einer Depression leben. 2020 könnten Depressionen demnach bereits die zweithäufigste Volkskrankheit sein. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens daran zu erkranken, wird auf 11 bis 15 Prozent geschätzt.
In Deutschland klagt inzwischen jeder zweite zumindest gelegentlich über typische Burnout-Symptome wie anhaltende Erschöpfung, innere Anspannung und Rückenschmerzen.
Burnout entwickelt sich somit zunehmend zu einer Volkskrankheit.
Quellen und Lesetipps:
- Hillert, A.: Burnout – Zeitbombe oder Luftnummer? Persönliche Strategien und betriebliches Gesundheitsmanagement, Schattauer, Stuttgart 2014
- Koch, S., Lehr, D., Hillert, A.: Burnout und chronischer beruflicher Stress, Hogrefe-Verlag, Göttingen 2015
- Hillert, A., Koch, S., Lehr, D.: Burnout und chronischer beruflicher Stress. Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige, Hogrefe-Verlag, Göttingen 2017
- Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Thieme Verlag, 2013
- Thomas Bergner Burnout-Prävention: Erschöpfung verhindern – Energie aufbauen – Selbsthilfe in 12 Stufen Taschenbuch – 14. Oktober 2015
- Sabine Gapp-Bauß: Depression und Burn-out überwinden: Ihr roter Faden aus der Krise: Die wirksamsten Selbsthilfestrategien VAk – 15. Februar 2016
- Mirriam Prieß: Finde zu dir selbst zurück!: Wirksame Wege aus dem Burnout Südwest, 29. April 2014
- Kaluza: Stressbewältigung – Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung, Springer Verlag.
- Koch, Lehr & Hillert: Burnout und chronischer beruflicher Stress
- Pelz: Kompetent führen.
- Techniker Krankenkasse: Der Stress. Stressoren erkennen, Belastungen vermeiden, Stress bewältigen. Hamburg: Eigenverlag.
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