Psychokardiologie
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Psychokardiologie
Die Psychokardiologie befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen psychischen Faktoren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Sie stellt ein integriertes Behandlungskonzept für Patienten, die an einer Herzerkrankung (z.B. koronare Herzerkrankung, Herzrhythmusstörungen) leiden – und gleichzeitig von einer seelischen Erkrankung (z.B. Depression, Angsterkrankung, Belastungsreaktion) betroffen sind, dar.
Der Behandlungsansatz ist dabei methodenübergreifend, d.h. sie verwendet sowohl verhaltenstherapeutische als auch tiefenpsychologische Elemente der Psychotherapie.
Studien haben gezeigt, dass etwa 25 % der Herzinfarkte mit einer Depression verknüpft sind.
Sie stellt damit einen unabhängigen Risikofaktor für die Entwicklung eines Herzinfarktes.
Autor: Marta Mustermann
Position: Psychologin
Aktualisiert: 29.04.2021
Inhaltsverzeichnis
Was ist Psychokardiologie?
Psychokardiologie ist eine Spezialdisziplin der Humanmedizin, die sich mit der Wechselwirkung zwischen Herz und Psyche befasst, und damit eine Schnittstelle zwischen Psychosomatik und Kardiologie darstellt.
Sowohl bei der Entstehung von Herzerkrankungen als auch beim Umgang des Patienten mit seiner Erkrankung spielen psychologische Faktoren eine bedeutende Rolle, die von der Wissenschaft lange unterschätzt wurde.
Psychosoziale Faktoren können sowohl das Risiko für ein Auftreten einer Herzerkrankung erhöhen als auch den Verlauf hinsichtlich Lebensqualität und Wahrscheinlichkeit weiterer kardialer Ereignisse negativ beeinflussen.
Gerade Depressionen, Angst und anhaltender Stress können das Herz nachweislich krank machen und den Verlauf zahlreicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen negativ beeinflussen. Besonders Depressionen werden daher heute als eigenständiger Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesehen, denn erhöht die Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt zu erleiden um 25 % und stellt damit einen genauso bedeutenden Risikofaktor wie Bluthochdruck dar.
Verschiedene Studien haben gezeigt, dass bei einer Depression, die Blutgerinnung aktiviert wird und das Blut aufgrund dessen leichter klumpt. Somit ist eine direkte körperliche Auswirkung der Depression belegt.
Die Belastung der Psyche für das Herz ist aber keine Einbahnstraße, es geht auch andersherum. Herzerkrankungen schlagen sich auf das Gemüt und so Depressionen verursachen. Nach einem Herzinfarkt leiden etwa 40 % der Patienten an Depressionen oder depressiver Verstimmung.
Das Problem dabei ist, dass die psychischen und physischen Faktoren sich gegenseitig verstärken und so die Sterblichkeit nach einem Infarkt bei diesen Patienten deutlich erhöht ist. Kommen zu einer Depression noch weitere Herz-Kreislauf-Risiken hinzu, kann das Sterberisiko sogar auf das Dreifache steigen.
Deshalb sollten Sie sowohl bei Herzerkrankungen als auch bei psychischer Belastung eine Behandlung in Erwägung ziehen.
Die Unterstützung im Rahmen einer psychokardiologischen Behandlung kann aus wenigen beratenden Gesprächen oder einer intensiven Psychotherapie unterschiedlicher Dauer bestehen.
Für wen eignet sich eine psychokardiologische Behandlung?
Die Psychokardiologie bietet sich an für alle Patienten mit einer Herzerkrankung, die unter Stress, Angst oder Depression leiden. Das trifft auf fast 50 % aller Herzpatienten zu. Patienten, die mit Depressionen und Angstzuständen in unsere Klinik kommen, profitieren sehr von einer psychokardiologischen Rehabilitation.
Darüber hinaus bietet sich eine Behandlung aber auch bei körperlich gesunden Menschen, die unter einer sogenannten Herzangst leiden. Unter Herzangst (Cardiophobie) versteht man die Angst, an einer bedrohlichen Herzerkrankung zu leiden oder einen Herzinfarkt zu erleiden.
Bei der Herzangst werden seelische Faktoren wie Angst, Depression, Stress, Wut, Ärger, die nicht adäquat verarbeitet werden und haben daher einen negativen Einfluss auf die Gesundheit. Besonders häufig davon betroffen sind, Leistungsträger, die zu oft bereit sind, für die Leistung, die sie bringen, ihr Wohlbefinden zu vergessen. Für diese kann eine psychokardiologische Behandlung als Vorbeugung für einen Herzinfarkt dienen und die Lebensqualität durch, z.B. Entspannungstechniken oder Gesundheitsschulung, deutlich verbessert werden.
Ursachen
Die Ursachen für eine kardiovaskuläre Erkrankung basieren auf einer wechselseitigen Beeinflussung von sozialen Belastungen und psychischen Faktoren.
Epidemiologische Studien belegen inzwischen, dass unabhängig von den bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen ein Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen einerseits und bestimmten Erkrankungen des Herzens besteht.
Dabei wirkt sich das seelische Befinden sowohl auf das Verhalten eines Menschen (z.B. „Frustessen“, Rauchen, Alkoholkonsum oder andere ungünstige Stressbewältigungsstrategien) als auch über die Veränderung körperlicher Regulationsprozesse (z.B. Blutdruckanstieg bei Ärger, Cortisolausschüttung bei anhaltender emotionaler Belastung) auf das Herz-Kreislauf-System aus und kann dort krankhafte Prozesse hervorrufen oder verstärken.
Ursachen einer Herzkrankheit:
- Depression mit Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit und Antriebslosigkeit
- Tako-Tsubo Kardiomyopathie (Stress-Kardiomyopathie) aufgrund von beruflichem oder privatem Stress
- Ungesunder Lebensstil (Rauchen, Ernährung, Bewegungsmangel),
- Erschöpfung
- Ängste
- Mangel an sozialem Rückhalt
- Unangemessener Umgang mit Ärger, belastende Lebensereignisse, und Angst
Diese Faktoren können die Entstehungen von Herzerkrankungen begünstigen. Umgekehrt können kardiale Erkrankungen psychische Beschwerden auslösen, die den Heilungs- und Erholungsprozess wiederum negativ beeinflussen. Dies ist seit Jahren in der psychosomatischen Forschung belegt.
Der Teufelskreis der Angst (nach Schneider&Margraf, 2017):
Symptome und Beschwerdebilder
Die Symptome für eine kardiovaskuläre Erkrankung, welche eine Indikation für eine psychotherapeutisch-psychosomatische Behandlung sind, können vielfältig sein. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die häufigsten Symptome:
- Depressive Symptome: Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und Rückzug, ausgeprägtes Grüben.
- Erhöhte Ängstlichkeit, ständige Sorgen, Angst- und Panikzustände
- Übermäßige Fixierung auf das Herz, Vermeidungsverhalten und Einschränkung des Aktivitätsradius
- Erhöhte Reizbarkeit, anhaltender Ärger oder Feindseligkeit
- Erschöpfungszustände
- Herz-/Brustschmerzen trotz normaler Durchblutung
- Partnerschaftliche/familiäre Konflikte, sexuelle Schwierigkeiten
Sollten Sie diese Symptome bei sich oder dem Betroffenen beobachten, könnte ein Behandlungsbedarf bestehen. Um sich abzusichern, wäre ein Besuch bei einem Arzt ratsam.
Diagnose
Die Diagnose von Art und Ausmaß der psychischen Belastung und den krankheitsbezogenen Risikofaktoren erfolgt immer in enger Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden Arzt.
Dabei werden zunächst im Rahmen eines persönlichen Gesprächs die Beschwerden und Lebensumstände wie die Familien-, Berufs- und Wohnsituation erfasst. Hierbei kommen auch Screening-Fragebögen, strukturierte Interviews oder Schmerzskalen zum Einsatz.
Eine genaue Bestimmung der Lebenssituation erlaubt es dem Arzt die ursächlichen Probleme zu erkennen und optimale Hilfestellungen zur Veränderung anzubieten.
Behandlung
Neben der internistisch-kardiologischen Behandlung akuter körperlicher Beschwerden hilft Ihnen die psychotherapeutische Behandlung bei der Bewältigung Ihrer Erkrankung und individueller Belastungen.
Im Gespräch mit dem Therapeuten können Sie erörtern, welche Probleme Sie gegenwärtig beschäftigen und so verschiedene Problemlöseansätze und Bewältigungsstrategien gemeinsam erarbeiten.
Wichtige Inhalte der Behandlung sind dabei, der Zusammenhang zwischen Herzerkrankung, seelischen Faktoren und sozialen Belastungen, die Entwicklung einer lösungsorientierten, akzeptierenden Haltung, der Aufbau von gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen und die Aktivierung psychischer Schutzfaktoren.
Im Folgenden zeige ich Ihnen unser Behandlungsspektrum im Rahmen unserer psychokardiologischen Verhaltenstherapie.
Psychokardiologische Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie bietet Betroffenen eine große Vielfalt an Therapiemöglichkeiten, welche die Gewohnheiten und damit auch das Verhalten dauerhaft verbessern. Beispiele sind:
- Psychoedukation und Stressbewältigungstraining
- Analyse und Modifikation tief verwurzelter Verhaltensmuster, wenn sich diese als ungünstig erweisen (Raucherentwöhnungsprogramm)
- Angstbewältigungstherapie
- Spezielles Ernährungstraining, um Übergewicht, Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus entgegenzuwirken
- Konflikt- und Stressmanagement, Schulung sozialer Kompetenzen
- Ressourcenorientierte Therapie zum Aufbau von Kraftquellen
- Akzeptanzbasierte Interventionen, Wertearbeit
- Entspannungsverfahren(Progressive Muskelentspannung nach Jacobson) und Meditation / Achtsamkeitstraining
Ziele
Das Hauptziel im kardiologischen Rehabilitationsprozess ist es, herzkranke Patienten darin zu unterstützen, die individuell bestmögliche physische und psychische Gesundheit, Belastbarkeit wiederzuerlangen.
Dabei ist es für den Betroffenen besonders wichtig, wieder Vertrauen in den eigenen Körper und sich selbst zurück zu erlangen, Einflussmöglichkeiten auf die Erkrankung herauszufinden und Vermeidungsverhalten möglichst abzubauen.
Ziele der Behandlung:
- Förderung eines bewussten und achtsamen Umgangs mit sich selbst
- Erarbeiten eines individuellen Krankheitsmodells und Verständnis für körperliche, psychologische und soziale Wechselwirkungsprozesse (Psychoedukation)
- Einübung von adäquaten Bewältigungsstrategien
- Verringerung von Angst und depressiven Grundstimmungen
- Gleichgewicht zwischen Belastung und Entspannung
- Veränderung gesundheitsgefährdender Lebensweisen (Ernährung, Rauchen, Bewegung, Umgang mit Stress)
- Akzeptanz und Umgang mit der Medikation
- Wiederaufbau der Leistungsfähigkeit
- Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens und der individuellen Lebensqualität
Am besten wirkt eine Therapie, die aus der Kooperation zwischen Kardiologe, Hausarzt und Psychotherapeuten besteht. Es ist sehr wichtig, dass diese Kooperation funktioniert, da sich körperliche und psychische Faktoren gegenseitig beeinflussen können. Achten Sie deshalb darauf, dass sich Ihre Ärzte absprechen, denn eine einseitige Behandlung ist nicht zielführend.
Kostenübernahme
Als gesetzlich Versicherte können Sie eine Rehabilitationsleistung in ambulanter oder stationärer Form bei Ihrer Krankenkasse oder Rentenversicherung beantragen. Sei erhalten ein Antragsformular, das Sie gemeinsam mit dem Arzt ausfüllen und dann dem zuständigen Kostenträger zusenden.
Wichtig:
Im Antrag muss ausdrücklich auf das gleichzeitige Vorliegen einer Herzerkrankung und einer psychischen Erkrankung bzw. Belastungsreaktion hingewiesen werden.
Sobald Ihnen die Kostenzusage vorliegt, können Sie sich bei mir in meiner Praxis melden.
Als Privatversicherter benötigen Sie vor Antritt der Behandlung eine Kostenzusage Ihrer Krankenversicherung bzw. Beihilfestelle. Meine Praxis ist beihilfefähig. Am besten Sie wenden sich als Privatversicherter direkt an mich, so kann ich Sie beraten und Ihnen die notwendigen Schritte für eine Kostenübernahme erläutern.
Quellen und Lesetipps:
- Psychokardiologie: Ein Praxisleitfaden für Ärzte und Psychologen – 2007, von C Herrmann-Lingen, C Albus, G Titscher.
- Die Herz-Hirn-Connection: Wie Emotionen, Denken und Stress unser Herz beeinflussen (Wissen & Leben) Taschenbuch – 2012 von Johann Caspar Rüegg.
- Klinische Psychokardiologie: Beiträge zur Psychotherapie von Herzkranken Taschenbuch – 2015 von Benjamin Bardé, Jochen Jordan.
- Psycho-Kardiologie KOMPAKT: Verständlich auf den Punkt gebracht Broschiert – 2018 von Rainer Schubmann, Silke Eckelt, Sebastian Hermes, Boris Leithäuser.
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