Psychoonkologische Versorgung

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Psychoonkologie

Die Diagnose „Krebs“ trifft viele Menschen plötzlich und unvorbereitet. Sie gilt noch immer als Schreckgespenst, sodass Krebs nicht nur den Körper befällt, sondern auch die Seele zutiefst erschüttert.

Trotz erheblicher Fortschritte in der Medizin wirft die Erkrankung den drohenden Schatten eines möglichen baldigen Todes voraus und weckt existenzielle Ängste, Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen bei den Betroffenen, die sich wiederum negativ auf die Lebensqualität und den Heilungsprozess auswirken.

Bei der Psychoonkologie ist es wichtig zu verstehen, dass die sie keine Behandlung der Erkrankung darstellt, sondern dazu dient, eine Verbesserung der Lebensqualität durch eine professionelle Unterstützung zu erzielen. Ein offener Umgang mit der Krebserkrankung kann die Genesung unterstützen und die Fortführung eines „normalen“ Lebens ermöglichen. Dies geschieht z. B. durch unterstützende Gespräche zur eigenen Ressourcenaktivierung, Kriseninterventionen und Anleitung zu Entspannungs- und Imaginationsverfahren.

Eine psychoonkologische Behandlung kann jedem Patienten zu jedem Behandlungszeitpunkt helfen.

Autor: Marta Mustermann
Position: Psychologin
Aktualisiert: 29.04.2021

Inhaltsverzeichnis

Was ist Psychoonkologie?

Psychoonkologische Betreuungs- und Behandlungsangebote sollen dem an Krebserkrankten helfen seine Lebensqualität trotz der fatalen Diagnose zu erhalten und zu verbessern. Mit Hilfe von psychoonkologischen Angeboten können Ängste bewältigt, das Selbstwertgefühl aufgewertet und sozialer Isolation entgegengewirkt werden.

Nicht selten stellt sich gerade zu Beginn einer Krebserkrankung ein Gefühl von seelischer Überforderung ein. Angst vor der potentiellen Bedrohung, Trauer, Wut und Hilflosigkeit sind in dieser Situation ganz normal. Die daraus resultierende psychische Belastung ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Reaktion auf die besondere Herausforderung.

In der wissenschaftlichen Forschung geht man davon aus, dass psychische Faktoren weder für die Entstehung einer Krebserkrankung noch für deren weiteren Verlauf eine wesentliche Rolle spielen. Somit gehören Konflikte, Stress und Überforderung nicht zu den Ursachen einer Krebserkrankung gehören, sondern sind eine direkte Folge der Erkrankung.

Die Psychoonkologie sieht sich selbst als ein unterstützendes Verfahren, dass dem Betroffenen bzw. den Angehörigen helfen soll, mit der Krankheit und deren Folgen umzugehen. Manchmal ist eine solche Behandlung nicht notwendig, weil Patienten und Angehörige mit ihren vorhandenen Möglichkeiten und Bewältigungsstrategien sehr gut durch diese Ausnahmesituation kommen und keine weitere Unterstützung in Anspruch nehmen.

Andere wiederum benötigen kurz- oder längerfristige professionelle Unterstützung. Das gilt auch für die Angehörigen: Partner, Kinder, Familie. In diesen Fällen kann schon eine psychoonkologische Krisenintervention von einigen Stunden, um die Patienten oder die Angehörigen zu stabilisieren.

Wichtig hierbei ist immer, dass Hilfe in Anspruch zu nehmen kein Zeichen von Schwäche ist, sondern eine Chance bietet ein besseres Verständnis für die Krankheit zu entwickeln.
Stattdessen ist das psychoonkologische Beratungsangebot eine zusätzliche Chance. Wir möchten deshalb dazu beitragen, dass Sie nicht aus falscher Zurückhaltung auf wichtige Unterstützung verzichten.
 
In Deutschland nehmen tausende von Patienten und Angehörigen psychoonkologische Hilfe in Anspruch. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die wichtigsten Zahlen:

  • Rund 500.000 Krebsdiagnosen jährlich in Deutschland
  • 47 % bräuchten eigener Einschätzung zufolge nach Diagnosestellung psychologische Hilfe
  • 20 % bräuchten nach eigener Einschätzung während der Therapie psychologische Hilfe
  • 15 % bräuchten nach eigener Einschätzung während der der Nachsorge psychologische Hilfe
  • Es gibt rund 400 Psychoonkologen in Deutschland

Als besonders hilfreich hat sich das Erlernen einer Entspannungstechnik wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen oder Autogenes Training erwiesen. Wer über solche Techniken verfügt, bekommt seine Ängste in den Griff und kann Schmerzphasen besser durchstehen.

Viele Patienten profitieren auch von kreativen therapeutischen Möglichkeiten wie einer Kunst-, Musik- oder Tanztherapie, in der sie die Belastungen ausleben können.

Wann ist eine psychoonkologische Behandlung sinnvoll?

Eine psychoonkologische Begleitung kann zu jedem Behandlungszeitpunkt sinnvoll sein. Von der Diagnoseübermittlung über die ambulante Begleitung bis zur Nachsorge und ggf. stationären Betreuung.

Zudem können ehemalige Krebspatienten, die durch die Angst vor einem Rezidiv belastet sind oder die nach Chemo- bzw. Radiotherapie unter einem chronischem Müdigkeitssyndrom leiden, von einer psychoonkologischen Therapie profitieren.
 
Eine psychoonkologische Behandlung kann speziell in den folgenden Fällen hilfreich sein, wenn

  • Sie Gefühle und Informationen sortieren und verarbeiten möchten
  • Sie merken, dass die Stimmung dauerhaft schlecht wird
  • Sie in einem geschützten Rahmen über Ihre Ängste und Sorgen sprechen möchten
  • Sie eine Begleitung während belastender Therapien wie Chemotherapie wünschen
  • Sie bei dem Treffen von Entscheidungen, die für Sie wichtig sind, unterstützt werden wollen
  • Missverständnisse in der Klinik zu klären sind
  • Sie Navigationshilfe für den Alltag benötigen
  • es Probleme im familiären Umfeld gibt

Bei vielen Betroffenen besteht oftmals der Bedarf, in Ergänzung zu oder nach Abschluss einer somatischen onkologischen Behandlung (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie, Immuntherapie) die einschneidende Erkrankung mit psychosomatischer Unterstützung einzuordnen und zu verarbeiten.

Die Psychoonkologie kann dabei helfen, mit Ängsten und anderen, als belastend erlebten Gefühlen umgehen zu lernen, die eigenen gesunden Anteile positiv anzunehmen und so neue Lebensqualität zu erlangen.

Behandlung

Eine psychoonkologische Behandlung kann aus unterschiedlichen psychotherapeutischen Verfahren bestehen. Je nach Gefühlslage und individuellen Problemen können sich die Inhalte psychoonkologischer Therapien voneinander unterscheiden. Die aktuelle Lebenssituation eines Patienten, seine Krankheitsgeschichte und die daraus resultierenden individuellen Fragen, Sorgen und Belastungen bestimmen letztlich die Ziele der Therapie.

Welches Verfahren für Sie in Frage kommt, sollte von einem geschulten Psychiater oder Psychologen im Einzelfall gemeinsam mit Ihnen geprüft werden.
 
Das Hauptaugenmerk des Therapeuten liegt bei jedem Verfahren darauf, Patienten und Angehörigen den Umgang mit der Krankheit im Alltag zu erleichtern und neue Perspektiven zu öffnen. Das kann auf viele Arten geschehe.

Im Folgenden zeige ich Ihnen die möglichen Verfahren, die ich in meiner Praxis anbiete.

Mögliche Verfahren innerhalb einer Behandlung:

  • Achtsamkeitstraining
  • Gesprächen, allein oder auch mit dem Partner, mit der ganzen Familie oder in Gruppen
  • Entspannungsverfahren (Progressive Muskelentspannung nach Jacobson)
  • Angstbewältigungstherapie
  • Imaginationsübungen und Meditation
  • Psychoedukation (Vermittlung von Informationen über die Krankheit)
  • Störungsspezifische verhaltenstherapeutische Behandlung
  • Genusstraining
  • Musiktherapie, Atem- und Körpertherapie oder Kunsttherapie

Sie sollten die psychoonkologische Behandlung immer als eine unterstützende Maßnahme ansehen, die Ihnen helfen soll, Ihren ganz individuellen Weg bei der Bewältigung dieser Probleme zu finden.

Sie stellt kein Patentrezept bei der Lösung durch die Krebserkrankung entstandener psychischer oder sozialer Probleme dar, noch kann sie die tatsächliche Erkrankung „Krebs“ heilen.

Ziele

Förderung der seelischen Annahme und Akzeptanz der Erkrankung als Teil des eigenen Lebens

  • Angstbewältigung mit Hilfe von verhaltenstherapeutischen Methoden
  • Sozialer Isolation und Rückzug entgegenwirken
  • Entwicklung von Bewältigungsstrategien
  • Stabilisierung und Verbesserung des Selbstwertgefühls
  • Unterstützung bei Problemen mit dem Partner oder innerhalb der Familie
  • Imaginationsübungen, um zu innerem Ausgleich zu kommen
  • Reduktion von Unruhe und inneren Spannungszuständen durch Entspannungsmethoden
  • Förderung von Lebensqualität, u.a. durch die Anwendung kognitiver Therapiemethoden
  • Aufbau angenehmer Aktivitäten

Zielsetzungen psychoonkologischer Interventionen (nach www.uke.de Sektion Psychoonkologie):

Während der Behandlung können auch zusätzlich Gruppen zu verschiedenen Themen wie Krankheitsverarbeitung, Stressmanagement und Umgang mit der Angst vor einem Rückfall besucht werden.

Kostenübernahme

Gesetzlich Versicherte: Eine Abrechnung über die gesetzlichen Krankenkassen ist in der psychotherapeutischen Praxis Mustermann möglich. Sie haben die Möglichkeit, einen Antrag auf Kostenerstattung durch die Krankenversicherung zu stellen. Wird dieser genehmigt, erstattet Ihnen die Kasse die Kosten des Honorars.

Privat Versicherte: Bei der Kostenübernahme durch die private Krankenversicherung kommt es auf Ihren abgeschlossenen Vertrag an. Bitte schauen Sie in Ihrem Vertrag nach oder erkundigen Sie sich telefonisch bei Ihrer Versicherung, ob die Kosten von dieser übernommen werden oder nicht.
 
Für weitere Informationen bezüglich der Kosten nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf. Ich stehe Ihnen auch gerne beratend bei der Antragsstellung für die Krankenversicherung zur Seite.

Quellen und Lesetipps:

  • Deutsche Krebshilfe: Die blauen Ratgeber (DKH, DKG)
  • Deutsche Arbeitsgemeinschaft für psychosoziale Onkologie e.V. (www.dapo-ev.de)
  • Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (PSO, www.pso-ag.de)
  • Christa Diegelmann, Margarete Isermann (Hrsg.): Ressourcenorientierte Psychoonkologie: Psyche und Körper ermutigen. Kohlhammer, Stuttgart 2011.
  • Pia Heußner u. a. (Hrsg.): Manual Psychoonkologie. Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge. 3. Auflage. Zuckschwerdt, München 2009.
  • Fritz Meerwein, Walter Bräutigam: Einführung in die Psychoonkologie. 5. Auflage. Huber, Bern 1998.
  • Reinhold Schwarz, Susanne Singer: Einführung Psychosoziale Onkologie. Reinhardt, München 2008.
  • Volker Tschuschke: Psychoonkologie: Psychologische Aspekte der Entstehung und Bewältigung von Krebs. 3. Auflage. Schattauer, Stuttgart 2011.
  • Thomas Schopperth (Hrsg.): Psychoonkologie – Risiken und Chancen des Wandels. Dapo-Jahrbuch 2012.

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