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- Psychotherapeut, Psychiater, Psychologe oder Facharzt -

Wer ist der richtige Arzt für mich?

Die im allgemeinen Sprachgebrauch übliche Gleichsetzung von Tätigkeitsbeschreibung und Berufsbezeichnung (wie z.B. jemand, der etwas lehrt, ist ein Lehrer), gilt nicht für den Bereich der Psychotherapie: Es dürfen zwar alle der genannten Gruppen Psychotherapie anbieten, aber nicht alle dürfen sich Psychotherapeut nennen. Um Ihnen mehr Klarheit zu verschaffen, erläutere ich im Folgenden: was mit welchem Begriff genau gemeint ist.

Damit sind Sie in der Lage immer zielgenau zu bestimmen, mit welcher Berufsgruppe Sie es zu tun haben und was Sie von dieser zu erwarten haben.

Autor: Marta Mustermann
Position: Psychologin
Aktualisiert: 29.04.2021

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Psychotherapeut?

„Psychotherapeut“ ist ein gesetzlich geschützter Titel, der seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes von 1999 an eine mehrjährige, staatlich geregelte Weiterbildung gebunden ist. Seine Ausbildung und Qualifikation sind genau geregelt. Sowohl Psychologen („Psychologischer Psychotherapeut“) als auch Ärzte („Ärztlicher Psychotherapeut“) dürfen erst nach Abschluss ihres Studiums (Psychologie bzw. Medizin) und einer Zusatzausbildung in Psychotherapie oder Psychoanalyse als Therapeuten tätig werden.

Besonderheit: Im Gegensatz zum psychologischen Psychotherapeuten darf der ärztliche Psychotherapeut (Arzt für Psychiatrie, Arzt für Psychosomatische Medizin) aufgrund seines Medizinstudiums und klinischer Ausbildung auch körperliche Untersuchungen vornehmen, Medikamente verschreiben, Atteste ausstellen oder Klinikeinweisungen veranlassen.

Folgende Gruppen dürfen sich „Psychotherapeut“ nennen:

  1. Psychologische Psychotherapeuten
  2. Fachärzte, deren Ausbildung Psychotherapie umfasst
  3. Ärzte mit Zusatz-Weiterbildung in Psychotherapie
  4. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Wichtig: Psychotherapeuten rechnen über die gesetzlichen Krankenkassen ab.

 

Was ist ein Facharzt für Psychiatrie (Psychiater)?

Der Facharzt für Psychiatrie hat zunächst ein Medizinstudium (mindestens sechs Jahre) abgeschlossen, ist also Arzt mit staatlicher Zulassung.

Im Anschluss daran hat er in besonderen Kliniken und Einrichtungen eine fünfjährige Weiterbildung zum „Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie“ erhalten und mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen. Damit erhält er die Befugnis, als Facharzt für Psychiatrie und als Psychotherapeut tätig zu werden.

Psychiater kümmern sich in erster Linie um die körperliche Diagnostik und Behandlung psychisch kranker Patienten. Sie stellen zum Beispiel körperliche Ursachen einer psychischen Erkrankung fest.

Psychiater bieten eher selten Psychotherapie an. Aufgrund seiner umfangreichen medizinischen klinischen Ausbildung darf er, Atteste ausstellen (z.B. bei Arbeitsunfähigkeit) Medikamente verordnen, oder körperliche Untersuchungen vornehmen.

Was ist ein Psychologe?

Psychologen haben an der Universität studiert und einen Diplom- bzw. einen Master- Abschluss in Psychologie erworben. Die akademische Psychologie ist eine eigenständige Wissenschaft.

Besonderheit: Der Abschluss eines Psychologiestudiums befähigt und berechtigt noch nicht zur Behandlung von Patienten. Daher benötigen sie entweder eine Heilerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz oder eine mehrjährige Zusatzausbildung (in Psychotherapie oder Psychoanalyse). Erst damit erhalten sie die staatliche Zulassung für Psychotherapie oder Psychoanalyse.

Viele Psychologen arbeiten meistens in anderen Berufsfeldern, z.B. als Schulpsychologen oder in Personalabteilungen der Wirtschaft.
Die unter Laien häufig anzutreffende Gleichsetzung „Psychologe = Psychotherapeut“ trifft also nicht zu.

Was ist ein Psychoanalytiker?

Psychoanalytiker haben „Psychoanalyse“ als Therapieverfahren erlernt. Die Psychoanalyse wurde als eines der ersten Therapieverfahren von Sigmund Freud begründet.

Nach einem abgeschlossenen Grundstudium in Psychologie (und einem „klinischen Jahr“ in psychiatrisch-psychotherapeutischen Einrichtungen) an spezialisierten Ausbildungsinstituten können Psychologen eine mehrjährige (in der Regel vier Jahre) Weiterbildung zum Psychoanalytiker absolvieren.

Ärzte hingegen können diese Spezialausbildung an einem Institut erst absolvieren, wenn sie ihr Medizinstudium abgeschlossen, die ärztliche Approbation erhalten haben und anschließend eine mehrjährige Facharztausbildung zum Facharzt für Psychiatrie oder Facharzt für Psychosomatische Medizin erhalten haben.

In der Reihe der verschiedenen psychotherapeutischen Berufe haben sie damit die umfangreichste Ausbildung absolviert. Psychoanalyse kann daher sowohl von psychologischen Psychotherapeuten und also auch Fachärzten mit entsprechender Weiterbildung praktiziert werden.

Besonderheit: Im Gegensatz zu anderen Therapieformen findet die Psychoanalyse mehrmals die Woche statt und kann mehrere Jahre dauern. Der Patient liegt dabei auf der Couch, während sich Patient und Therapeut sonst zumeist gegenübersitzen.

Was ist ein Facharzt für psychosomatische Medizin?

Der Facharzt für Psychosomatische Medizin wurde 2003 eingeführt und ersetzte den bis dahin nach Musterweiterbildungsordnung erwerbbaren Arzt für Psychotherapie.

Dieser Facharzt hat ebenfalls ein Medizinstudium abgeschlossen und sich ich einer anschließenden Weiterbildung (mindestens fünf Jahre) an einer entsprechenden Fachklinik für die Behandlung psychosomatischer Erkrankungen spezialisiert.

Die Psychosomatik befasst sich mit Krankheiten und Leidenszuständen, an deren Verursachung psychosoziale und psychosomatische Faktoren (seelisch – körperliche Wechselwirkungen) maßgeblich beteiligt sind. Die Aufgabe eines Facharztes für psychosomatische Medizin ist die Erkennung, psychotherapeutische Behandlung, Vorbeugung und Rehabilitation von psychosomatischen Störungen, wie z.B.: Reizdarmsyndrom, Reizblase, Herz-Angst-Neurosen, Tinnitus, Chronische Schmerzen, Juckreiz.

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